Das wichtigste vorab: Die Junioren haben die Hürde im Allgäu gemeistert. Mit 7:6 behielten die Jungs von Trainer LoCastro die Oberhand. Aber es war kein Spiel für Feinschmecker....
Bereits beim Warmlaufen bot sich ein trauriger Anblick: Beide Mannschaften kamen mit dem letzten Aufgebot daher und vermutlich hätte eine Spielerbank für beide Teams genügt. Gerade mal neun Feldspieler des EV Pfronten begaben sich in die Begegnung und auch der AEV hatte nicht wesentlich mehr Personal zur Verfügung. Einige dumme Aktionen der Spieler, aber auch einige unverständliche Entscheidungen der beiden Unparteiischen sorgten dafür, dass die Spielerdecke noch dünner wurde.
Der AEV erwischte einen Traumstart und ging bereits früh in Führung. Unter gütiger Mithilfe des Torhüters führten bereits die ersten Angriffsbemühungen zum Erfolg. Ein eher harmloser Rempler veranlasste die Schiedsrichter, einen Spieler des EVP bereits nach wenigen Minuten in die Kabine zu schicken, womit im Grunde die Hausherren handlungsunfähig waren. Die logische Folgerung war ein sicherer Vorsprung bereits im ersten Drittel. Mit der Pausensirene konnte der AEV bereits auf 4:0 davonziehen.
Offensichtlich hatte der AEV die Partie bereits abgehakt. Ganz anders der EVP: Nach einer gehörigen Standpauke, die auch im letzen Winkel der Arena noch zu hören war, kamen die Hausherren wie verwandelt aus der Kabine. Laufen, passen, schießen, jubeln. Ein einfaches Rezept und binnen fünf Minuten war der EVP wieder im Spiel. Der AEV hingegen zeigte nichts mehr: Kein Einsatz, keine Laufbereitschaft – einfach nichts mehr. Auch eine Auszeit beim Stand von 4:3 änderte daran nichts. Allein Goalie Markus Matula war es zu verdanken, dass die Führung nicht abgegeben werden musste.
Dem zwischenzeitlichen fünften Treffer folgte postwendend der Anschlusstreffer und auch der sechste Treffer der Gäste wäre wohl sofort gekontert worden, wäre da nicht die zweite Drittelpause gewesen. Doch das Drama ging im Schlussabschnitt weiter: Die Gastgeber gaben wirklich alles und wurden dafür auch belohnt: Sie berannten das Gästetor und diese konnten sich phasenweise nur noch mit Strafzeiten helfen. Die logische Folge war in einer doppelten Unterzahl der erneute Anschlusstreffer und kurz danach der vielumjubelte Ausgleich. Auch der Ausschluss eines weiteren Akteurs des EVP konnte daran nichts mehr ändern.
Dramatik dann in der Schlussphase: Der EVP war drauf und dran die Partie zu drehen: In höchster Not musste ein Feldspieler des AEV mit einem präzisen Stockwurf einen weiteren Treffer unterbinden. Den fälligen Penalty konnte Markus Matula aber vereiteln und versetzte somit dem EVP einen weiteren Nackenschlag. Eigentlich wäre das Unentschieden mehr als verdient gewesen, doch Fortuna hatte an diesem Abend einen Liebling: Bei einem der wenigen Angriffen der Augsburger fiel nur wenige Minuten vor Schluss das 7:6 für den AEV und von diesem Schlag erholte sich der Gastgeber nicht mehr.
So richtig glücklich war aber niemand: Die Einen haderten mit Ihrem Schicksal, die anderen mit Ihren eigenen spielerischen Schwächen und die Zuschauer mit den Referees. Gnadenlos was die beiden Sportkameraden alles gesehen bzw. nicht gesehen haben – und zwar auf beiden Seiten. Höhepunt der Leistung war zweifelsohne der Scorerpunkt von Ersatzgoalie Daniel Körper, der zu diesem Zeitpunkt bereits seine Utensilien gepackt hatte und nur noch auf den Schlusspfiff wartete.....
(Verfasst von Horst Müller)

