Über die vier Faschingstage folgten die Kleinschüler des AEV einer Einladung zum größten U11 Turnier in Deutschland. Deutsche Traditionsvereine wie Köln oder Krefeld standen ebenso auf dem Spielplan wie osteuropäische Spitzenmannschaften aus Tschechien und Lettland. Insgesamt 10 Mannschaften mussten durch die Mühlen der Vorrunde (jeder gegen jeden) ehe am Ende die Play Off Spiele anstanden. Und das Ende konnte eigentlich nicht spannender sein. Jedes K.O.-Spiel, mit Ausnahme eines Halbfinals, ging ins Penaltyschießen, welches schlussendlich über die endgültige Platzierung entschied.

Aber nun von Anfang an…..
Los ging’s gleich gegen einen Turnierfavoriten, gegen Opava aus Tschechien. Hier waren wir nur vermeintlicher Außenseiter, zumal die Tschechen schon ein Spiel mit dem in Baden-Württemberg geltenden Wechselmodus hinter sich hatten. Zudem spielen die Osteuropäer ihre heimische Liga auf dem Großfeld und diese Liga dominierte Opava auch.
Allerdings zeigten unsere Jungs von Anfang an keinen Respekt. Mit Volldampf ging’s in die Zweikämpfe und mit diesem Engagement erzielten sie gleich das frühe 1:0 in der 5. Minute. Dies gab deutlich Sicherheit im Spiel. Doch unser Gegner ließ nicht locker. Über alle drei Reihen gleichmäßig stark besetzt, rollte ein Angriff um den nächsten auf unser Tor. In diese Drangperiode hinein erzielten die Jungpanther aus einem Konter heraus das erlösende 2:0 sechs Minuten vor dem Ende. Die Entscheidung? Wer Eishockey kennt weiß, das ein Zwei-Tore-Vorsprung nur wenig zählt. Denn durch zwei unnötige Fouls spielten wir plötzlich mit 2 Mann in Unterzahl. Opava zog zudem noch den Goalie und versuchte nun in den letzen 3 Minuten mit sechs gegen drei Feldspieler den Ausgleich zu erzwingen, aber unsere Abwehr samt Torhüter stand wie eine Wand und rettete den Sieg schließlich ins Ziel. Das war doch ein Auftakt nach Maß! Und wie meistens gilt die Regel: Das erste Spiel eines Turniers ist immer auch das Letzte!
Im zweiten Spiel traf man gegen einen unbekannten Gegner aus unserem Nachbarland Frankreich, Les Gothiques Amiens. Die Franzosen hatten gegen Opava nur mit 3:1 verloren. Schon deshalb musste man gewarnt sein. Unsere Jungs taten sich auch richtig schwer. Zur Halbzeit stand es torlos 0:0 (gespielt wurden 2x15 Minuten netto). Dann kurz nach Wiederanpfiff das hoch verdiente 1:0. Jeder glaubte der Knoten sei geplatzt. Aber nur 5 Minuten später erzielten die Goten in Überzahl den Ausgleich. Doch wer unsere Panther kennt weiß, sie stecken niemals auf. Nochmals legten sie eine Schippe drauf und mit 4 Toren in 5 Minuten hieß es schlussendlich doch noch 5:1.
Im letzten Spiel am ersten Spieltag trafen wir auf unsere fränkischen Freunde aus Nürnberg. In den letzten beiden Jahren hat sich mit dem EHC 80 eine feste Freundschaft entwickelt, mit gegenseitigem Respekt und Achtung vor der jeweiligen Leistung des anderen. Und man sieht deutlich, dass sich was tut in Sachen Nachwuchseishockey in Nürnberg. In einem lange Zeit ausgeglichenen Spiel setzten sich die Jungpanther mit 5:3 durch und zeigten wieder deutlich, dass sie vor allem gegen Ende eines Spieles noch richtig zulegen können.
Damit konnten alle Rotgrünweißen zufrieden und verlustpunktfrei die Hallen verlassen und sich für den nächsten Spieltag erholen.
Denn gleich am Morgen des nächsten Tages stand einer unserer Dauerrivalen auf dem Spielplan, die Kölner Haie. Was für Matches haben sich die beiden Mannschaften in den letzten beiden Jahren geliefert. Es waren ausnahmslos immer ganz enge Spiele und meistens musste sogar das Penaltyschießen über Sieg oder Niederlage entscheiden. Und heute? Kein Deut besser. Es entwickelte sich ein Spiel auf Augenhöhe. Die Haie wie gewohnt sehr diszipliniert, aber an den ersten beiden Spieltagen ohne richtigen „Knipser“. Und deshalb stand es bis weit in die zweite Hälfte hinein 0:0. Als jeder schon an ein torloses Unentschieden glaubte, konnten unsere Jungs vier Minuten vor Schluss doch noch ein Powerplay erfolgreich abschließen. Eine Strafzeit in der letzten Minute und der sechste Kölner Feldspieler sorgten nochmals für sehr ungemütliche Sekunden. Aber unser Torhüter hielt im Sekundentakt eine Torchance nach der anderen, bis endlich die Schlusssirene ertönte – puuhh 1:0!
Und die nächste Nuss folgte zugleich. Man traf auf den bis dato auch verlustpunktfreien lettischen Verein Jelgavas Ledus Sporta Skola. Alle glaubten in diesem Spiel wird der erste Platz der Vorrunde, und damit die beste Ausgangssituation für den Finaltag, entschieden. Wie der Name unseres Gegners schon andeutet, handelt es sich um ein Eishockeyinternat. Zweimal Eistraining und einmal Trockentraining pro Tag gepaart mit Schule sind natürlich beste Voraussetzungen für hochklassiges Eishockey. Und es entwickelte sich eine hochdramatische Partie, vor allem in der Schlussphase. Zunächst erzielten unsere Panther durch eine blitzsaubere Aktion zeitgleich mit der Wechselsirene das viel umjubelte 1:0. Doch anschließend ließen die Letten ein ums andere mal ihre Klasse aufblitzen. Innerhalb von fünf Minuten drehten sie das Spiel und zur Pause stand es 1:3. Alle Hände voll zu tun hatte unser Trainer Roman Tomiska um die Jungs wieder richtig einzustellen. Und dies schien von Erfolg gekrönt. In der 22. Minute fiel der Anschlusstreffer zum 2:3 und unsere Jungs liefen einen Angriff nach dem anderen, welche allerdings immer wieder durch brandgefährliche Konter der Letten unterbrochen wurden. Gute zwei Minuten vor Schluss gab es dann eine etwas harte Strafe wegen eines Wechselfehlers gegen uns. War damit die Partie entschieden. Mitnichten. Gleich im nächsten Wechsel fiel der Ausgleich durch einen Shorthander. Leider schossen die Letten im Gegenzug, immer noch in Überzahl, den erneuten Führungstreffer. Gut eine Minute vor dem Ende nahm unser Coach den Torhüter zugunsten eines sechsten Feldspielers vom Eis. Und während auf der einen Seite der Ausgleich auf dem Schläger lag, fiel auf der anderen Seite das empty net goal – 3:5. Macht aber nichts. Super gespielt und gekämpft und noch war nichts verloren, wie man später auch sah.
Den Abschluss des zweiten Spieltages krönte dann noch ein 7:1 gegen den Krefelder EV, welcher mit der B-Mannschaft anreiste. Aber auch dieses Ergebnis musste erst mal nach vorangegangenen fünf schweren Spielen erzielt werden. Tabellenzweiter nach dem zweiten Spieltag, mit der Aussicht auf Platz eins, weil die lettische Mannschaft ihr letztes Spiel des Tages verloren hatte, war mehr als wir im Vorfeld erwarten konnten.
Abschlusstag der Vorrunde – und gleich morgens um 9 Uhr wartete ein sehr schwerer Gegner auf uns. Die tschechische Auswahlmannschaft Wing 49 hatte am Abend vorher die Letten geschlagen und spielten nun mit um den Vorrundensieg. Und ganz entgegen der sonstigen Gewohnheit bei frühen Spielen, legten die Augsburger los wie die Feuerwehr. Bereits nach sechs Minuten war der Endstand von 3:1 hergestellt und die erste Halbzeit gehörte mit zum besten Eishockey was unsere U11 Jungs bisher aufs Großfeld gespielt hatten.
In der nächsten Partie wartete ein ganz gefährlicher Gegner auf uns, die gastgebenden Mannheimer Jungadler. Sie waren natürlich hoch motiviert im heimischen Stadion und unter Fernsehpräsenz uns zu schlagen. Auch Revanche wollten sie nehmen für die knappe Niederlage vor sechs Wochen in Krefeld. Doch kaum saßen alle Zuschauer auf ihren Plätzen, fiel schon das 1:0 durch das schnellste Tor des Turniers. Bereits nach 8 Sekunden zappelte die Scheibe im Netz der Jungadler. Das war schon mal zum Durchatmen. Bis zur Halbzeit konnte die Überlegenheit der Jungpanther in ein 3:1 umgemünzt werden. Doch die Jungadler blieben bei ihren extrem schnell vorgetragenen Konter immer gefährlich. Und aus so einem Gegenstoß fiel das 2:3. Das Ende vom Spiel beinhaltete die gleiche Dramatik und Ablauf wie im Turnier in Krefeld. Wieder ein Tor in Führung, wieder 2 Mann Unterzahl in den letzten beiden Minuten und wieder 6 gegen 3 Feldspieler und wieder brennte es lichterloh vor unserem Kasten. Und dann kam noch viel Glück dazu. Der Ausgleichtreffer der Jungadler wurde wegen hohen Stocks nicht anerkannt. Am Ende stand ein 3:2.
Den Abschluss der Vorrunde bildete das Spiel gegen die Hauptstädter vom ECC Preußen Berlin. Trotz mittlerweile schwerer Beine konnte die Partie ungefährdet mit 6:1 gewonnen werden.
Damit zogen die Augsburger Jungpanther völlig überraschend, aber verdient, als Vorrundenerster in den Finaltag ein und hatte damit als einzige deutsche Mannschaft die Möglichkeit das Turnier zu gewinnen. Und dieser Finaltag sollte es in sich haben…
Gegner im Halbfinale waren Wing 49 (CZ), welche in der Vorrunde klar geschlagen wurden, aber K.o.-Spiele haben ihren eigenen Reiz. Außerdem waren wir die Kids noch auf einem 4-Tage-Turnier und keiner wusste „wie sie drauf sind“.
Und sie waren gut drauf. Konzentriert gingen sie zu Werke, standen in der Abwehr sicher und fuhren den einen oder anderen Angriff. Und nach einem schönen Solo stand es in der 7. Minute 1:0 für die Jungpanther – wichtig in so einem Spiel in Führung zu gehen. Aber leider dauerte diese nicht allzu lange an. Drei Minuten später viel der unglückliche Ausgleich. Der Puck trudelte aus unmöglichen Winkel irgendwie ins Tor. Aber unsere Jungs ließen die Köpfe nicht hängen, hielten an ihrer Marschroute fest. Aber bis zur Halbzeit wollte kein Treffer mehr fallen. Aber drei Minuten nach Wiederanpfiff nutzte unser Mittelstürmer einen Wechselfehler der Tschechen und ging auf und davon und ließ auch dem Torhüter keine Chance mehr – 2:1. Und dieses Ergebnis hielt bis zum Schluss. Und wer glaubte es geht nicht mehr spannender, der wurde im Finale eines besseren belehrt.
„Das erste Spiel ist immer das Letzte“, so das häufig zutreffende Motto. So auch dieses Mal beim Anniversary Cup. Unser Endspielgegner hieß Opava (CZ), welcher in der Vorrunde noch 2:0 geschlagen wurde. Aber die Osteuropäer steigerten sich während des Turniers von Spiel zu Spiel. Mit drei ausgeglichenen starken Reihen traten sie an.
Und der Start ins Spiel war alles andere als optimal. Aus dem Gewühl und Gestochere heraus fiel das 0:1. Doch keine zwei Wechsel später fiel durch eine schöne Kombination in Überzahl der Ausgleich. Wir waren wieder da! Das Spiel wogte von nun an hin und her, mit kleinen Vorteilen für Opava. Doch beide Mannschaften ließen nur noch sehr wenige Torchancen zu und kämpften bis zum Umfallen. Und so kam es wie es kommen musste – Penaltyschießen.
Showdown um den Turniersieg! Jeweils drei Spieler traten gegeneinander an. Beide Seiten stellten natürlich ihre besten Schützen auf. Doch das half nichts. Die ersten sechs Penalties wurden allesamt vergeben bzw. hervorragend von beiden Keepern pariert. Wieder mussten drei Schützen genannt werden, allerdings anders als gewohnt, besagte das Reglement, dass die gleichen Schützen nicht noch mal ran durften. Und weiter ging’s, jeweils 1 gegen 1 bis zur Entscheidung. Und die nächsten beiden Schützen vergaben wieder. Dann endlich der erste ersehnte Treffer der Jungpanther, aber im Gegenzug Ausgleich. Dann wieder die Führung und jeder glaubte, dass es diesmal reichen würde. Aber – Ausgleich. Und wieder mussten drei Schützen benannt werden. Die Tschechen begannen diese Runde – und Treffer! Der nächste Schütze der Panther musste treffen sonst war’s vorbei. Leider trudelte die Scheibe nur Millimeter am Pfosten des tschechischen Keepers vorbei. Aus! Zweiter Platz!
Aber Jungs, keiner muss enttäuscht sein. Wer über vier Tage eine solche großartige Leistung abliefert und schließlich nach dem 14. (!) Penalty unterliegt, hat keinen Grund die Köpfe hängen zu lassen. Gratulation zu dieser Leistung!
Zum Abschluss möchte ich noch den Veranstalter und Organisationsteam von Mannheim danken. Was ihr auf die Beine gestellt habt war einfach spitzenklasse!
Die Ergebnisse im Einzelnen:
Vorrunde:
AEV – HC S. Opava (CZ) 2:0
AEV –
AEV – ECH 80 Nürnberg 5:3
AEV – Köln “Die Haie” 1:0
AEV – Jelgavas Ledus Sporta Skola (LV) 3:5
AEV – Krefelder EV 7:1
AEV – Wing 49 (CZ) 3:1
AEV – Jungsadler Mannheim 3:2
AEV – ECC Preußen Berlin 6:1
Halbfinale:
AEV – Wing 49 (CZ) 2:1
Finale:
AEV – HC S. Opava (CZ) 1:2 n.P.


